Gunzwiler Krise verschärft sich in Küssnacht

Die Leistung in Küssnacht war über weite Strecken enttäuschend und reicht nicht aus auf diesem Niveau (Bild: Marc Müller).

Der FC Gunzwil zeigt insgesamt eine enttäuschende Leistung und verliert auswärts in Küssnacht verdient mit 3:1. Die Michelsämter bäumen sich zu spät auf und verlassen damit den September ohne einen einzigen Punktgewinn. Nun gilt es den Fokus rasch auf die kommenden Aufgaben zu richten, damit es einen Turnaround auf die 4. Niederlagen in Serie geben kann.

Küssnacht verdient in Front
Bereits beim Einlaufen erreichte Bolliger die erste Hiobsbotschaft, als Rogger anmeldete mit seinem Knie so nicht Fussball spielen zu können. So kam Luca Süess zu seinem nächsten Einsatz in der Innenverteidigung, nachdem er diese Position bereits in Schattdorf innehatte. Bereits nach drei gespielten Minuten wurde es nach einem 1. Eckball im Gunzwiler Strafraum zum ersten Mal brenzlig und dieser Trend schien sich danach fortzusetzen. Den Gästen aus dem Michelsamt gelang der Start in die Partie überhaupt nicht. Die Gastgeber wirkten wacher, waren schneller am Ball und wussten auch spielerisch mehr zu überzeugen in der Startphase. In der 7. Minute dann die erste richtige Topchance für Küssnacht, aber der Stürmer war in dieser Szene zum Glück für Gunzwil kein Kopfball-Ungeheuer. Das Chancen-Feuerwerk der Rigidörfler ging kurzum später weiter. In der 12. Minute verpasste ein Abschluss die Führung nur knapp und in der 14. Minute musste Bieler sein gesamtes Können unter Beweis stellen, damit es nicht 1:0 stand.

Nur eine Zeigerumdrehung später kam dann Gunzwil praktisch aus dem Nichts ebenfalls zu einer ersten Topchance. Fankhauser verpasste den Führungstreffer aus bester Position. Wieder nur eine Minute später musste dann Bieler wieder in extremis eingreifen und verhinderte die längst fällige Führung für die Gastgeber. Beide Teams betrieben in dieser Phase Chancenwucher, wobei sich vor allem die Küssnachter zu diesem Zeitpunkt fragen mussten, warum es trotz eines Chancenverhältnisses von 5:1 immer noch 0:0 stand. In der 21. Minute war es dann aber doch soweit. Nach einem schönen Angriff über die rechte Seite fand der Ball den Weg zu Mürner, welcher Bieler diesmal keine Chance liess und seine Farben verdient in Führung brachte. Für Gunzwil war es kein Weckruf. Im Gegenteil, denn nur vier Minuten später hätte es bereits 2:0 stehen müssen, als Küssnacht die nächste Topchance ausliess. Zu allem Überfluss musste dann in der 35. Minute noch Gerber verletzungsbedingt ausgewechselt werden, er wurde durch Pervorfi ersetzt. In der 38. Minute kam dann auch Gunzwil zu einer nächsten Möglichkeit, aber der Abschluss von Fleischli zu wenig platziert und ohne die nötige Wucht. Der direkte Konter wurde von der jungen Gunzwiler Defensive dann blitzsauber verteidigt. Küssnacht blieb jedoch dran und kam in der 43. Minute zur nächsten Gelegenheit, aber das Leder prallte an den rechten Pfosten und konnte danach geklärt werden. Im Anschluss war die 1. Halbzeit fertig und die Gäste durften sich nicht beklagen, dass hier immer noch alles offen war und die Gastgeber nur mit einem Ein-Tore-Vorsprung in die Katakomben gingen.

Zu spätes Aufbäumen von Gunzwil
Die 2. Halbzeit startete eher gemächlich und war in der Startphase von keinen nennenswerten Torraumszenen geprägt. Die Gäste taten sich weiterhin schwer offensive Gefahr zu erzeugen, aber auch die Gastgeber stellten ihre offensiven Qualitäten vorerst ein und so entwickelte sich eine eher maue Partie, in welcher man aus Sicht der Gäste trotz allem immer noch auf Zählbares hoffen durfte. In der 57. Minute brachte Gunzwil Schumacher ins Spiel. Er übernahm die Position von Fankhauser, welcher eine Linie nach hinten rückte. Nach knapp einer Stunde kam Gunzwil dann zum ersten Abschluss, aber auch dieser Versuch war zu zaghaft und wurde ohne die nötige Überzeugung ausgeführt. Nur zwei Minuten später erzielte auf der Gegenseite Afonso Domingos das 2:0 und versetzte den Gunzwiler Hoffnungen einen argen Dämpfer, Punkte aus dem Kanton Schwyz mitnehmen zu können. In der 68. Minute setzen die Gäste dann den Startpunkt zu ihrer besten Phase in der Partie. Koch entwischte über die linke Seite der gesamten Defensive, schloss ab und wurde dabei im Strafraum ganz klar am Trikot gezogen. Die Gastgeber hätten sich hier nicht über einen Elfmeterpfiff beschweren können. In der gleichen Szene kam anschliessend Schumacher an den Ball, aber anstatt den Ball mit Überzeugung in die Maschen zu hauen gab es einen Abschluss ohne wirkliche Überzeugung.

Aber es war der Startschuss in eine zuerst nicht mehr für möglich gehaltene, unterhaltsame Schlussviertelstunde. In der 75. Minute entwischte Koch ein nächstes Mal der Küssnachter Defensive und diesmal klappte es, der Anschlusstreffer zum 2:1 war Tatsache. Die Spannung im Spiel war zurück und Gunzwil zeigte nun plötzlich, dass es auch Fussball spielen kann blieb fortan spielbestimmend. In der 84. Minute dann ein nächster Angriff über die rechte Seite und wieder war es Koch, welcher mehr oder weniger alleine auf Wagner losziehen konnte, dieses Mal aber aus aussichtsreichster Position scheiterte. Das wäre sie gewesen, die Ausgleichschance und damit die Möglichkeit auf einen Punktgewinn. Küssnacht konnte dann ganz zum Schluss wieder mehr für Entlastung sorgen und kam in der Nachspielzeit nach einem Fehler in der Michelsämter Defensive durch Qupi sogar noch zum 3:1. Damit war die Niederlage für die Bolliger-/Erni-Elf besiegelt und kurze Zeit später war dann auch definitiv Schluss.

Katastrophaler September für die Michelsämter
Nach einem starken Saisonstart mit sieben Punkten aus vier Spielen ist der Michelsämter Motor ordentlich ins Stocken geraten. Im September gibt es leider keinen einzigen Punktgewinn zu verzeichnen und die Bolliger-Elf muss sich langsam aber sicher richtig nach hinten orientieren. Die Leistung in Küssnacht war über weite Strecken enttäuschend und reicht nicht aus auf diesem Niveau. Das späte Aufbäumen kam zu spät, zeigte aber, dass es die Mannschaft eigentlich draufhätte. Auch die Leistung vor Wochenfrist gegen Leader Willisau darf Mut machen. Nichtdestotrotz braucht es jetzt eine schonungslose Aufarbeitung und den vollen Fokus auf die kommende Aufgabe. Die aktuell dünne Personaldecke macht es sicher nicht einfacher, aber viel Zeit hat man nicht, um sich mit guten Trainings und harter Arbeit auf das Heimspiel gegen Stans vorzubereiten. Kommt am 3. Oktober um 18 Uhr auf die Linden und unterstützt die junge Mannschaft in ihrer aktuellen Situation mit einem kräftigen Hopp Gonzbu!

Telegramm Küssnacht – Gunzwil 3:1 (1:0)
Tore: 21. Mürner 1:0. 62. Domingos 2:0. 75. Koch 2:1. 93. Qupi 3:1.
Bemerkungen: 43. Pfostenschuss Küssnacht.
Küssnacht: Wagner; Pfefferle, Schilliger, Müller (84. Koller), Pasalic; Lieb, Freitas, Pereira, Mürner (55. Gomes Santos); Qupi, De Oliveira Pereira (65. James Gügler).
Gunzwil: Bieler; Janis Imbach, Stocker, Luca Süess, Nascimento (57. Schumacher); Furrer, Fleischli, Gerber (35. Pervorfi), Fankhauser; Feyzi (85. Paco Imbach), Koch.