Der SC Kriens musste in der Westschweiz auf grenzwertigem Terrain eine deutliche Niederlage hinnehmen. Trotz eines starken Starts und der frühen Führung unterlagen die Krienser dem spielerisch überzeugenden Yverdon mit 2:5. Der SCK zeigte über die gesamte Spielzeit viel Engagement, bezahlte seine defensiven Nachlässigkeiten gegen einen effizienten Gegner aber teuer.
















Die Krienser gingen mit einem klaren Plan in die Partie: Yverdon sollte möglichst wenig Raum erhalten, früh unter Druck gesetzt und mit mutigem Spiel nach vorne beschäftigt werden. Dieses Vorhaben funktionierte in der Anfangsphase ausgezeichnet. Kriens trat entschlossen auf, attackierte früh und brachte die Gastgeber zunächst kaum zur Entfaltung. In der 14. Minute wurde der gute Start belohnt. Nach einem Ballgewinn in der Nähe des Yverdoner Strafraums kam der SCK zum Führungstreffer. Nico Siegrist bediente Elio Rufener, der den Ball unter die Latte setzte und Kriens mit 1:0 in Führung brachte. Für Rufener war es bereits der sechste Saisontreffer.
Doch ausgerechnet die Führung brachte einen Bruch ins Krienser Spiel. Die zuvor konsequent geschlossenen Räume wurden grösser und Yverdon konnte seine spielerischen Qualitäten zunehmend ausspielen. In der 23. Minute führte ein technischer Fehler von Mauricio Willimann zum 1:1. Nur fünf Minuten später drehten die Gastgeber die Begegnung vollständig und gingen mit 2:1 in Führung. Kriens blieb grundsätzlich im Spiel und versuchte seinerseits, offensiv Akzente zu setzen. Nico Siegrist hatte die Möglichkeit auf den Ausgleich, konnte diese jedoch nicht verwerten. Yverdon zeigte sich auf der anderen Seite deutlich effizienter. Innerhalb von nur 13 Minuten erzielten die Waadtländer drei Treffer und gingen mit einer komfortablen 3:1-Führung in die Pause. Gerade weil der SCK so gut in die Begegnung gestartet war, fiel dieser Rückstand besonders schwer ins Gewicht.
Nach dem Seitenwechsel gab sich Kriens nicht geschlagen. Die Mannschaft suchte weiterhin den Weg nach vorne und erhöhte das Risiko, um möglichst schnell wieder an Yverdon heranzukommen. Der Einsatz stimmte, doch mit der offensiveren Ausrichtung entstanden gleichzeitig zusätzliche Räume für die Gastgeber. Diese nutzte Yverdon konsequent. Innerhalb von nur zwei Minuten, in der 65. und 67. Minute, erhöhte der Aufstiegsaspirant mit zwei weiteren Treffern auf 5:1. Damit war die Begegnung endgültig entschieden. Besonders Bastien Toma, Jonathan Okita und Shkelqim Demhasaj prägten aufseiten der Gastgeber die Partie. Trotz des klaren Rückstands stellte Kriens seine Offensivbemühungen nicht ein. In der 71. Minute sorgte der eingewechselte Leandro Maksutaj zumindest noch für den zweiten Krienser Treffer. Aus rund 14 Metern platzierte er den Ball in der langen Ecke und verkürzte auf 2:5.
Am Ausgang der Begegnung änderte dies nichts mehr. Kriens musste anerkennen, dass Yverdon an diesem Abend seine Möglichkeiten deutlich konsequenter nutzte. Besonders bitter aus Krienser Sicht war, dass für die fünf Gegentreffer vergleichsweise wenig Aufwand des Gegners notwendig war. Nach einer überzeugenden Anfangsphase verlor der SCK die defensive Stabilität und liess einem spielerisch starken Gegner zu viel Raum. Nach der Pause wiederum waren die weiteren Gegentreffer auch eine Folge des erhöhten Risikos bei der Suche nach dem Anschlusstreffer. Positiv blieb der Einsatz der Krienser. Die Mannschaft lief während der gesamten Partie an, nahm die Zweikämpfe an und versuchte auch nach dem deutlichen Rückstand weiter nach vorne zu spielen. Gegen die offensive Qualität und Effizienz Yverdons reichte dies jedoch nicht. Unter dem Strich stand deshalb mit dem 2:5 die höchste Saisonniederlage des Challenge-League-Aufsteigers.
Viel Zeit, die Niederlage zu verarbeiten, bleibt dem SC Kriens nicht. Bereits am kommenden Freitag steht erneut eine Reise in die Westschweiz an. Diesmal wartet Étoile Carouge. Das erste Duell gegen die Genfer hatte Kriens zu Hause deutlich mit 4:1 gewonnen. Carouge reist allerdings mit Selbstvertrauen in die nächste Runde: Mit einem 2:1-Auswärtssieg gegen Aarau verkürzten die Genfer den Rückstand auf den SCK auf drei Punkte. Für Kriens bietet sich damit bereits die nächste Gelegenheit, auf die Niederlage in Yverdon zu reagieren und wieder Punkte einzufahren.
Telegramm Yverdon Sport FC – SC Kriens 5:2 (3:1)
Stadion Municipal. – 815 Zuschauer. – SR Anex.
Tore: 14. Rufener (Siegrist) 0:1. 23. Okita (Tasar) 1:1. 28. Demhasaj (Toma) 2:1. 36. Toma (Tasar) 3:1. 65. Toma (Demhasaj) 4:1. 67. Okita (Demhasaj) 5:1. 71. Maksutaj (Rufener) 5:2.
Yverdon: Enzler; Sauthier; Gnapka, Baron, Kongsro; Tasar (62. Golliard), Toma, Okuka (73. Fazliu); Pasche (62. Doumbia), Demhasaj (73. Augustin), Okita (86. Mayorga).
Kriens: Salchli; Hermann; Fäh, Mauricio Willimann, Tröndle; François (75. Alejandro Willimann), Mulliqi; Siegrist (76. Riedmann), Rufener (83. Hoxha), Ishuayed (76. Ulrich); Wicht (60. Maksutaj).
Bemerkungen: Yverdon ohne Pos (gesperrt) und Kanoute (verletzt). Kriens ohne Krasniqi (gesperrt), Heiniger, Touré, Sliskovic, Akahomen und Jetzer (alle verletzt). 34. Tor von Demashaj wegen Fouls aberkannt. Verwarnungen: 13. Gnapka, 20. François, 51. Rufener (Fouls).




























