Andreas Müller: Verwurzelt in Eschenbach, engagiert für die Zukunft

Man standing outdoors beside a tall yellow sign with vertical black lettering, wearing a gray and black jacket with yellow accents, in front of a light-colored house.
Andreas Müller: «Es bereitet Freude, Zeit in diesem Verein zu verbringen!» (Bild: Osi Sager).

Andreas Müller ist stark mit Eschenbach verwurzelt und wohnt mit seiner Frau Nina und Töchterchen Emilia in der Gemeinde. Der 37-jährige Familienvater nimmt bald seine 10. Saison als Präsident des FC Eschenbach in Angriff. Die Freude am fussballerischen Vereinsleben entdeckte und erbte er wohl von seinem Vater Robi. Das Gründungs- und Ehrenmitglied setzte über Jahre in verschiedenen Funktionen Akzente und ist immer noch aktiv auf dem Weierhus anzutreffen. Die Saison 2025-2026 ist bereits wieder Vergangenheit. Im Interview mit Präsident Andy wollen wir rückwärtsblickend vorwärtsschauen.

Seit 2017 stehst du unserem Verein als Präsident vor. Woher nimmst du die Motivation, über Jahre unser Vereinsschiff auf Kurs zu halten?
Im Vorstand herrscht seit Jahren eine aussergewöhnliche Kollegialität. Ich begegne in unserem Verein vielen positiven Menschen, für die ich mich gerne einsetze. Es bereitet Freude, in diesem Verein eine gute Zeit zu verbringen.

Welche Werte in deiner Führungsrolle als Präsident liegen dir besonders am Herzen?
Mir ist die Ehrlichkeit am wichtigsten. Jede Mannschaft und jedes Mitglied verdienen gleiche Rechte. Unser Verein soll jedem Menschen ein Plätzchen bieten, in dem er sich wohl fühlen darf.

Welche Aufgaben als Präsident bereiten dir besonders Freude und empfindest du als Kür in deinem Amt?
Ich vertrete den Verein gerne nach aussen, setze gerne Gedanken und Ideen um. Es breitet mir immer wieder Freude, besondere Leistungen von Mitgliedern zu ehren und zu verdanken.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Welche Bereiche ordnest du eher der Pflicht zu?
Im Verein begegnen sich viele Menschen mit unterschiedlichen Auffassungen und Meinungen. Bei Streitigkeiten schlichtend einzugreifen, ist keine angenehme Rolle. Es gibt auch Situationen, da werde ich auf dem Weierhus mit Anliegen regelrecht bombardiert.

Der FC Eschenbach ist ein attraktiver Dorfverein, welcher seit der Gründung 1978 immer wieder Erstaunliches auf die Beine kriegt. Kannst du diese Aussage unterstreichen?
Unbedingt! Wer in den Annalen blättert, stösst auf Openairs, Frauenländerspiel, Jubiläen, Cupmatch gegen den FC Basel, glänzende Saisons in der 2. Liga interregional, Aufstiege, IFV-Cupsieg. In neuster Zeit beleben attraktive Vereinsanlässe wie 200er-Spiel, Oktoberfest oder Eschenbacher Fussballplausch das Vereinsleben. Erstaunlich, die Liste könnte noch beliebig weitergeführt werden. Ich erlebe unsern Verein als innovativ.

Welches sind für dich die Eckpfeiler in der Struktur und Organisation des FC Eschenbach?
In der Sportkommission mit ehemaligen Spielern der ersten Mannschaft addiert sich viel Fachwissen und Kompetenz. Die Nachwuchsabteilung mit den Koordinatoren auf jeder Stufe leistet ebenfalls hervorragende Arbeit. Wir haben viele Funktionäre, welche Erstaunliches leisten. Sie alle entlasten den Vorstand extrem.

Welches Ereignis in deiner bisherigen Amtszeit bezeichnest du als Highlight?
Einen nachhaltigen Eindruck hinterliess bei mir das Aufstiegsspiel vor einem Jahr gegen den SC Schwyz. Ich reiste aus den Ferien in Italien an, um die Mannschaft zu unterstützen. Mit einem unglaublichen Endspurt und Toren in der Nachspielzeit reichte der 6:2-Sieg zum ersehnten Aufstieg in die 2. Liga regional. Das Jubiläum 40 Jahre FC Eschenbach im Jahre 2018 mit dem Mixturnier und der Fahnenweihe bleibt mir ebenfalls in bester Erinnerung.

Wie bist du mit dem Werdegang unserer ersten Mannschaft als Aushängeschild und den weiteren Aktivteams des FC Eschenbach zufrieden?
Der Ligaerhalt mit der jungen, vorwiegend aus einheimischen Spielern bestehenden Mannschaft ist grossartig. Nach dem Abstecher in die 3. Liga läutete das Fanionteam einen Neuanfang ein und entwickelte sich stetig zu einer gefestigten Mannschaft. Die Spiele unserer Gelbschwarzen sind attraktiv. Mit der 2. Liga regional ist unser Verein am richtigen Ort. Auch das «Drüü» spielt eine herausragende Saison und zog beim Spitzenkampf im Derby gegen Aufsteiger Hochdorf alle Register. Schön, dass auf die neue Saison wieder eine 2. Mannschaft auf Punktejagd geht.

Vor einem Jahr gründete der FC Eschenbach seit 25 Jahren wieder eine Ü-30- Aktivmannschaft. Dabei wurdest du als Spieler wieder selber aktiv. Welches ist dein Fazit bei der Seniorenabteilung?
Das Team feierte Erfolg um Erfolg und kürte sich bereits nach einer Saison verdient zum Regiomeister und Aufsteiger. Die Mannschaft ist gespickt mit einigen ehemaligen Spielern, welche den Aktivfussball in höheren Ligen erlebten. Es beschlich mich vorerst etwas Skepsis, wenn da Fussballwelten aufeinanderprallen. Ich als Laie wurde jedoch schnell eines Besseren belehrt: Es war für mich und andere Spieler bereichernd, wie die arrivierten Spieler auch uns weniger begnadeten Fussballer ins Boot holten, uns die Bälle zuspielten und Vertrauen schenkten.
Ganz zum Schluss der Saison erreichte uns eine weitere Erfolgsmeldung. Unsere älteren Semester der Ü-50-Senioren holten sich am Endturnier der besten acht Teams erstmals den IFV-Verbandsmeistertitel. Hut ab!

Warum empfiehlst du Eltern von fussballbegeisterten Kids den Beitritt zum FC Eschenbach?
Wir bieten mit dem Mannschaftssport eine Lebensschule an und sind ein familiär geführter Fussballverein. «Play more football» beinhaltet mit kinderfreundlichen Spielformen ideale Einstiegsmöglichkeiten.

Gibt es Themen, bei welchen beim FC Eschenbach der Schuh drückt?
Die Helfereinsätze gestalten sich schwierig. Wie können wir diese fair und richtig gestalten? Einige leisten sehr viel, andere drücken sich. Im Marketing haben wir seit längerer Zeit eine Vakanz im Vorstand. Wie entwickeln sich die Pläne nach dem Erwerb des Weierhus’ zu einer Sportstätte?

Nach der Saison ist vor der Saison: Ist der FC Eschenbach für die Spielzeit 26/27 bereit?
Die Planungen laufen auf allen Ebenen auf Hochtouren und sind vor dem Abschluss. Wie immer ist dies mit viel Aufwand verbunden. Ich hoffe, dass wir den sportlichen und gesellschaftlichen Zielen des FC Eschenbach auch in naher Zukunft gerecht werden.

Du hast drei Wünsche für den FC Eschenbach frei. Welche würdest du aufzählen?
Ich wünsche mir aktive Mitglieder, welche sich zur Verfügung stellen und bei Helfereinsätzen fleissig anpacken und mithelfen.
Ich wünsche mir auf dem Weierhus eine umfassende Sportstätte.
Im Jahre 2028 wird der FC Eschenbach 50 Jahre alt. Ich wünsche mir eine würdige und gelungene Jubiläumsfeier.

Möchtest du zum Schluss noch was anfügen?
Mit dem Erwerb des Weierhus’ hat der FC Eschenbach nach Jahren der Ungewissheit eine feste Bleibe. Für das überzeugende «Ja» an der Abstimmung danke ich der Bevölkerung ganz herzlich. Den Behörden und Mitarbeitenden der Gemeinde spreche ich den Dank für die tolle Unterstützung und die Pflege der Infrastruktur aus. Schliesslich danke ich allen Personen, Gönnern und Sponsoren, welche den Fussballsport in unserer Gemeinde ermöglichen und mit ihrem Engagement zum guten Image des Dorfvereins beitragen.

Andy, vielen Dank für deine Bereitschaft zum Interview und weiterhin viel Freude und Genugtuung an deiner verantwortungsvollen Aufgabe. Erhole dich gut in der Sommerpause!