Ibach unterliegt abgebrühtem Leader Rotkreuz

Kadrija erzielte in der Nachspielzeit das 1:2 (Bild: topsportfotografie.ch).

Trotz Überlegenheit, mehr Ballbesitz und zahlreichen Chancen muss sich der FC Ibach dem Tabellenführer FC Rotkreuz mit 1:2 geschlagen geben. Während die Muotadörfler im Abschluss sündigten und vom Pech verfolgt waren, zeigten sich die Zuger gnadenlos effizient.

Nach dem Schlusspfiff waren sich die Zuschauer auf dem Gerbihof einig: Der FC Ibach hatte einen starken Auftritt gezeigt, stand am Ende aber mit leeren Händen da. Wie so oft im Fussball siegte am Schluss die abgebrühtere und effizientere Mannschaft. Doch alles der Reihe nach.

Ibach dominiert, Rotkreuz trifft
Den besseren Start erwischten die Gäste aus Rotkreuz. Bereits in der 5. Minute jubelten die Zuger vermeintlich über die Führung, doch Schiedsrichter Bortolas annullierte den Treffer von Moor – der Ball hatte zuvor die Grundlinie überschritten. Dieser Weckruf zeigte Wirkung. In der Folge übernahm das Heimteam das Spieldiktat, liess die Kugel gut laufen und erspielte sich vielversprechende Möglichkeiten. In der 15. Minute hatte Admir Novalic die Führung auf dem Fuss, scheiterte aber gleich zweimal am glänzend reagierenden Rotkreuz-Keeper Studerus. Nur drei Minuten später sorgte Gasser mit einem Kopfball erneut für Gefahr im Strafraum des Leaders. Mitten in diese Ibächler Drangphase folgte jedoch die kalte Dusche: Nach einem Freistoss in der 24. Minute brachten die Blau-Weissen das Leder nicht aus der Gefahrenzone, was Eric in der Mitte freistehend eiskalt ausnutzte und zum 0:1 einschob. Ibach zeigte sich vom Rückstand kaum geschockt und blieb weiter tonangebend. Im Strafraum agierte man jedoch oft zu umständlich und verpasste den richtigen Moment für den Abschluss. Und wenn es einmal klappte, fehlte das nötige Quäntchen Glück: In der 33. Minute klatschte ein herrlicher Schlenzer von Novalic nur an die Lattenoberkante. So gingen die Platzherren mit einem unglücklichen Rückstand in den Pausentee.

Konter entscheidet die Partie
Auch nach dem Seitenwechsel bot sich dasselbe Bild. Ibach drückte, hatte klar mehr Ballbesitz und schnürte die Gäste ein, die sich nur noch aufs Verwalten des Vorsprungs beschränkten. Doch die Überlegenheit liess sich weiter nicht in Zählbares ummünzen. Es fehlte die letzte Kompromisslosigkeit – und zuweilen auch die Cleverness: Als Mwakassa in der 72. Minute im Strafraum regelwidrig gestoppt wurde, fiel er zu wenig theatralisch, sodass der fällige Elfmeterpfiff ausblieb. Nur eine Zeigerumdrehung später wurde ein Abschluss von Jaun in extremis abgeblockt, und auch aus der Vielzahl an Eckbällen schlug Ibach zu wenig Kapital. Wie man es besser macht, demonstrierte der Leader wenig später in eindrücklicher Manier: Nach einem schwach ausgeführten Ibächler Corner schaltete Rotkreuz blitzschnell um und der eingewechselte Nsiala vollendete in der 73. Minute den mustergültigen Konter souverän zum vorentscheidenden 0:2. Zwar gelang den Blau-Weissen tief in der Nachspielzeit durch Kadrija noch der verdiente Anschlusstreffer zum 1:2, zu mehr reichte es aber nicht mehr. Rotkreuz brachte den Sieg clever über die Zeit und entführte die drei Punkte etwas schmeichelhaft aus Ibach.

Telegramm FC Ibach – FC Rotkreuz 1:2 (0:1)
315 Zuschauer. – SR: Bortolas. – Tore: 24. Eric 0:1. 73. Nsiala 0:2. 90.+4 Kadrija 1:2. – FC Ibach: Camenzind; Elia Gasser (46. Mwakassa), Kadrija, Schönenberger (84. Peranovic), Theiler; Nabaro, Jaun, Admir Novalic, Reichmuth (65. Gwerder), Merdovic (78. Tela); Gudelj. – FC Rotkreuz: Studerus; Cvetkovic, Lika (56. Pavlovic), Ukaj, Bühler, Eric, Da Silva, Sacirovic, Mesic (60. Pouomo); Moor (86. Fragodt), Lopes Silva (60. Nsiala). – Bemerkungen: 82. Gelb-rote Karte Ukaj, Rotkreuz ohne Toska (gesperrt), FC Ibach ohne Schlegel (gesperrt), Elghandour (verletzt), Noé Gasser (rekonvaleszent), Pranjic (abwesend), Marinovic, Kündig, Dennis Novalic und Iadarola (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 23. Nabarro, 54. Lika, 61. Ukaj, 88. Pouomo, 90. Theiler.