Brunnen lässt sich in Rothenburg vorführen

Brunnen mit Dino Dizdarevic am Ball bekundete gegen Rothenburg (Nicolas Loser) etwelche Mühe (Bild: Thomas Bucheli).

Spielbericht FC Brunnen: FC Rothenburg – FC Brunnen 4:1

Im Schneetreiben auf dem Kunstrasen auf der Chärnsmatt-Anlage konnte die Kazic-Elf gegen Rothenburg nicht überzeugen.

Der FC Brunnen bekundete auf dem Kunstrasen Chärnsmatt in Rothenburg zum Spielbeginn Mühe, in die Gänge zu kommen und den Spielfluss zu finden. Die Luzerner präsentierten sich sehr angriffig und trafen mit ihrem energischen Vorwärtsdrang in der zwölften Minute mit Captain Davide Di Berardino vorerst nur die Torumrandung. Nach rund einer halben Stunde verdienten sich die Gastgeber durch Raphael Wildisen den 1:0-Führungstreffer. Doch nur kurze Zeit später konnte Dino Dizdarevic nach einem Foul im Luzerner Strafraum per Penalty zum 1:1-Pausenstand ausgleichen.

Eiskalte Chancenauswertung
Auch in der zweiten Halbzeit drückten die Gastgeber enorm aufs Gaspedal und liessen die Gäste kaum atmen und ihr Spiel aufziehen. Nach einem konsequenten Angriff verwertete der FC Rothenburg ein weitere Chance erneut durch den Captain Davide Di Berardino zum 2:1. Zwar verpasste kurze Zeit später Dino Dizdarevic mit seinem Schuss auch nur knapp das anvisierte Ziel, doch dies stellte mehr ein Zufallsprodukt dar. In der 76. Minute nutzte Matteo Di Berardino eine Chance nach einer weiteren Druckphase eiskalt zum 3:1 aus. Schliesslich gelang dem gleichen Akteur sieben Zeigerumdrehungen später der Treffer zum 4:1-Schlussstand.

Tabellenführung verloren
«Wenn ich ehrlich bin, waren wir von der giftigen Angriffswelle von Rothenburg richtiggehend überrascht worden. Sie kauften uns regelrecht den Schneid ab, was uns total verunsichern liess und wir Mühe hatten nach Standards die ersten Bälle zu erreichen», so der Brunner Aussen-Verteidiger Leond Kqira. «Und bei den Gegentoren stellten wir uns auch nicht besonders gut an.» Dieser unerwartete Dämpfer hätte nicht sein müssen, ergänzte der rot-blaue Defensivmann Leond Kqira. Damit gab der FC Brunnen die Tabellenführung an die punktgleichen Goldauer ab, welche sich torlos gegen den FC Perlen-Buchrain trennten.

Spielbericht FC Rothenburg:

Der FC Brunnen reiste als Tabellenführer nach Rothenburg. Nach einem erfolgreichen Auftaktsieg gegen den FC Kickers Luzern mussten die Innerschweizer zuletzt jedoch einen Dämpfer hinnehmen und verloren ihr zweites Spiel gegen den FC Willisau mit 0:2. Der FC Rothenburg hingegen war mit zwei knappen Niederlagen in die Rückrunde gestartet – sowohl beim 0:1 zuhause gegen den FC Sempach als auch beim 0:1 auswärts gegen den FC Perlen-Buchrain zeigte die Mannschaft jedoch spielerisch ansprechende Leistungen.

Trotz der Resultate war die Zuversicht im Team spürbar und mit dem Spitzenreiter wartete nun die nächste grosse Herausforderung; verbunden mit einer offenen Rechnung aus der Vorrunde, als man in Brunnen mit 0:2 unterlag und besonders in der Anfangsphase klar unter Druck geriet. Bei winterlichen Bedingungen, begleitet von Kälte und Schneefall, entwickelte sich in Rothenburg ein intensives Spiel. Beide Teams starteten zunächst kontrolliert und tasteten sich vorsichtig heran. Torchancen blieben in der Anfangsphase Mangelware, doch das Heimteam setzte die Vorgaben des Trainers gut um: früh stören, kompakt stehen und den Gegner gar nicht erst ins Spiel kommen lassen.

In der 27. Minute hatte Rothenburg dann die erste grosse Möglichkeit: Nach einer sehenswerten Kombination tauchte Davide Di Berardino allein vor dem Tor auf, setzte den Ball jedoch nur an den Pfosten. Kurz darauf wurde es auf der Gegenseite brenzlig; ein Brunnen-Spieler umkurvte den Torhüter, kam dabei zu Fall, doch der Pfiff blieb aus. Das Fanionteam des FC Rothenburg im Glück: hierfür hätte der Schiedsrichter Elfmeter zeigen müssen. Was dann folgte, war eine Szene mit Signalwirkung: Im direkten Gegenzug lancierte Torhüter Beka das Spiel mit einem schnellen Abstoss. Über Jan Portmann und Raphael Wildisen lief der Angriff dynamisch über die linke Seite bis zum Seitenwechsel zu unserem Capitano, Davide Di Berardino, welcher den Ball nach einem starken Dribbling mustergültig in die Mitte legte zu Wildisen. Dieser blieb eiskalt und schob mit einem gefühlvollen Schuss unten links (wie Toni Kroos in seinen Spitzenzeiten) zur 1:0-Führung für Rothenburg ein.

Die Führung hielt jedoch nicht lange. Nur eine Zeigerumdrehung später zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt, sehr zum Unverständnis der Heimelf, die das Foul als fragwürdig einordnete. Der FC Brunnen liess sich nicht beirren und die Nr. 10 vom FC Brunnen verwandelte den Strafstoss souverän zum 1:1-Ausgleich. Mit diesem Spielstand ging es schliesslich in die Pause. Nach dem Seitenwechsel verschärften sich die Bedingungen nochmals deutlich. Dichter Schneefall setzte ein, und vor Wiederanpfiff suchte der Schiedsrichter das Gespräch mit den beiden Captains. Gemeinsam entschieden sich beide Teams, die Partie fortzusetzen.

Der FC Rothenburg erwischte den besseren Start in die zweite Halbzeit: In der 48. Minute führte eine schöne Kombination zum 2:1, Torschütze war unsere Nr. 10, Davide Di Berardino. In der Folge blieb das Spiel zunächst ausgeglichen, doch Rothenburg gewann zunehmend die Oberhand. Der FC Brunnen wirkte nicht mehr so zwingend wie noch in der ersten Halbzeit, während die Gastgeber den Druck konstant hochhielten. Rund um die 60. Minute musste die Partie aufgrund des heftigen Schneefalls kurzzeitig unterbrochen werden, da die Linien kaum mehr sichtbar waren. Die Ersatzspieler des FC Rothenburg reagierten kurzerhand selbst: Ausgerüstet mit Besen und Schaufeln – und sogar einem Laubbläser, organisiert von Routinier Marco Schürch – wurden die Linien freigeräumt. Nach rund 15 Minuten konnte das Spiel dann wieder fortgesetzt werden.

In der 72. Minute fiel die vermeintliche Vorentscheidung: Nach einem zu kurz geratenen Pass in der Defensive des FC Brunnen reagierte Matteo Di Berardino am schnellsten, fing den Ball ab und verwertete souverän zum 3:1. Nur wenige Minuten später folgte der nächste Treffer: Nach einer weiteren sehenswerten Kombination erhöhte der FC Rothenburg auf 4:1 und sorgte damit endgültig für klare Verhältnisse. In der Schlussphase plätscherte die Partie etwas dahin. Der FC Brunnen kam noch zu einem Lattenschuss, ansonsten liess Rothenburg nichts mehr anbrennen. Der Schiedsrichter pfiff die Partie schliesslich zum verdienten 4:1-Erfolg ab.

Die Freude beim FC Rothenburg war entsprechend gross – ein hart erkämpfter Sieg gegen den Tabellenführer, getragen von der richtigen Einstellung und grossem Engagement. Bereits am kommenden Donnerstag geht es weiter mit dem nächsten Spiel gegen den SC OG. Auch hier hat Rothenburg noch eine offene Rechnung aus dem Hinspiel (0:6-Niederlage) zu begleichen. Entsprechend motiviert wird sich das Team diese Woche auf die nächste Herausforderung vorbereiten. HOPP ROTHEBORG!