Der FC Luzern hat die Chance verpasst, sich im Tabellenmittelfeld Luft zu verschaffen. Im Letzigrund unterlagen die Innerschweizer dem FC Zürich mit 1:2, obwohl sie nach der Pause deutlich zulegten und den Gegner in der Schlussphase stark unter Druck setzten. Entscheidend waren ein unnötiger Penalty kurz vor der Halbzeit und ein unglückliches Eigentor unmittelbar nach dem Seitenwechsel.
Die Luzerner fanden nur schwer in die Partie. Zürich übernahm von Beginn an die Kontrolle und setzte die Gäste mit frühem Pressing unter Druck. Zwar hielt FCL-Keeper Letica sein Team mit mehreren starken Paraden gegen Umeh und Kény lange im Spiel, doch nach 25 Minuten passierte es dennoch: Meng Freimann stoppte den durchgebrochenen Umeh regelwidrig im Strafraum und verursachte einen Penalty. Philippe Kény liess sich die Gelegenheit nicht entgehen und brachte den FCZ vom Punkt in Führung. Der Rückstand war aus Luzerner Sicht ärgerlich, weil die Gäste nach dem Gegentor besser ins Spiel fanden. Offensiv fehlte jedoch die Durchschlagskraft. Ein Treffer von Mikolajewski wurde wegen einer klaren Offsideposition aberkannt, weitere Abschlüsse brachten Zürichs Schlussmann Huber kaum in Bedrängnis.
Nach der Pause erlitt Luzern den nächsten Rückschlag. Reichmuth zog aus der Distanz ab, der Ball wurde von Meng Freimann unglücklich abgefälscht und schlug zum 2:0 im eigenen Tor ein. Ein Gegentor, das sinnbildlich für einen Abend stand, an dem beim FCL vieles gegen ihn lief. Dennoch gaben sich die Innerschweizer nicht geschlagen. Trainer Udo Portmann reagierte mit Wechseln und Luzern kam zunehmend besser auf. Vor allem der eingewechselte Nando Toggenburger hätte die Partie nochmals völlig öffnen können. Zweimal tauchte er in aussichtsreicher Position vor Huber auf, doch beide Male fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss.
Als Oscar Kabwit nach einer Ecke von Nevio Di Giusto in der 71. Minute zum 1:2 einköpfte, war plötzlich wieder alles offen. Luzern drückte vehement auf den Ausgleich, gewann viele zweite Bälle und schnürte die Zürcher phasenweise in deren Platzhälfte ein. Doch genau in dieser Phase zeigte sich das grosse Problem des FCL: Aus dem klaren Übergewicht resultierte zu wenig Zwingendes. Immer wieder war ein Zürcher Bein dazwischen, Schüsse wurden geblockt oder fanden ihren Weg nicht aufs Tor. Die Schlussphase gehörte praktisch ausschliesslich den Gästen. Fernandes, Dorn, Di Giusto und Mikolajewski suchten den Abschluss, doch entweder stand Huber im Weg oder die Zürcher Verteidigung warf sich erfolgreich in die Schussbahnen. So blieb Luzern trotz einer engagierten Aufholjagd ohne weiteren Treffer.
Die Niederlage ist deshalb besonders bitter, weil der FC Luzern nach dem Seitenwechsel die aktivere Mannschaft war und sich zahlreiche Abschlussmöglichkeiten erarbeitete. Gleichzeitig müssen sich die Innerschweizer den Vorwurf gefallen lassen, aus ihren Chancen viel zu wenig gemacht zu haben. Das frühe Defensivgeschenk vor dem 0:1 und die mangelnde Effizienz im Abschluss kosteten letztlich wichtige Punkte. Während Zürich den Platz als Sieger verlässt und den Blick nach oben richten darf, muss Luzern weiterhin nach unten schauen und schnell Antworten finden, wenn der Anschluss an die obere Tabellenhälfte nicht endgültig verloren gehen soll.
Telegramm FC Zürich – FC Luzern 2:1 (1:0)
Stadion Letzigrund. – 14’216 Zuschauer. – SR Gianforte.
Tore: 26. Kény (Foulpenalty) 1:0. 52. Bung Meng Freimann (Eigentor) 2:0. 71. Kabwit (Corner Matteo Di Giusto) 2:1.
Zürich: Huber; Lichtenstein, Kamberi, Hack, Walker; Schödler (89. Berisha); Spadanuda (64. Nevio Di Giusto), Reichmuth, Comenencia (64. Bangoura), Emmanuel; Kény.
Luzern: Letica; Dorn, Bung Hua Freimann, Bung Meng Freimann, Ciganiks; Ferreira (56. Toggenburger), Zimmermann (72. Dantas Fernandes), Owusu (56. Winkler), Matteo Di Giusto; Mikolajewski, Kabwit (72. Oehlers).
Bemerkungen: Zürich ohne Essakkati, Fiorini, S. Hodza, Kablan, Krasniqi, Morozov, Pinthus-Duah, Reverson, Sauter (alle verletzt). Luzern ohne Bertone (gesperrt), Bieler, Bongeli, Meyer, Wyss (verletzt). – 39. Tor von Mikolajewski abseits aberkannt. – Verwarnungen: 25. Bung Meng Freimann, 49. Reichmuth, 79. Kény (alle Foul).
































