Hart erkämpfter Sieg: FC Baar schlägt FC Rothenburg

Der FC Baar holt sich drei wichtige Punkte in Rothenburg (Bild: Stefan Ritschel).

Spielbericht FC Baar: FC Rothenburg – FC Baar 1:2

Nach der unglücklichen Niederlage gegen Willisau und insgesamt sehr ansprechenden Leistungen in allen bisherigen Rückrundenpartien stand für den FC Baar am vergangenen Samstag die schwierige Auswärtspartie beim FC Rothenburg an. Es war das Duell zweier Teams aus dem unteren Tabellendrittel – die Luzerner lagen vor dem Spiel einen Punkt vor den Baarern.

Für Baar sprach die Statistik: Auf der Chärnsmatt – inklusive Aufstiegsspiel – hatte man bislang noch nie verloren. Die Voraussetzungen waren diesmal jedoch alles andere als ideal. Im Vergleich zur Vorrunde fehlten neben den Langzeitverletzten Adrian Jakaj, Dario Andermatt, Thimo Laisa und Topskorer Fatlum Sylejmani auch Leonardo Tramontano (gesperrt), Jon Fritsche (verletzt) und Endrit Emini (Ferien). Zudem standen mit Mihajlo Vuckovic, Florian Jakaj und Junior Lars Bopp gleich alle verfügbaren Torhüter nicht zur Verfügung – und das bei einer Begegnung, die traditionell viele Tore verspricht. So kam es, dass der zufällig für eine Woche aus dem beruflichen Ausland in der Schweiz weilende frühere Stammtorhüter Dario Buob quasi ohne Training zu einem Gasteinsatz zwischen die Pfosten kam und sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen konnte.

Solide Startviertelstunde
Es spricht für die Kaderbreite und die Moral der Mannschaft, dass sie unter diesen Umständen mit viel Selbstvertrauen und Konzentration in die Partie startete und das Spiel in der Anfangsviertelstunde gut kontrollieren konnte. Bemerkenswert war zudem, dass das Team von Antonio Bozzi und Florim Mani nach dem eher überraschenden frühen Gegentreffer in der 18. Minute nicht die Fassung verlor, obwohl Rothenburg in der Folge besser ins Spiel fand. Zu allem Übel musste auch noch Spielgestalter Ruben Ferreira verletzt ausgewechselt werden. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gelang Baar jedoch der wichtige Ausgleich. Defensivspieler Raian Zouaiter setzte mit einem weiten Ball die gesamte gegnerische Hintermannschaft ausser Gefecht, sodass Omar Abduqadir alleine auf Torhüter Beka zulaufen konnte und im dritten Spiel in Folge überlegt einschob. Mit grosser Effizienz verschaffte sich Baar damit wieder eine gute Ausgangslage für die zweite Halbzeit.

Grosse Leistungsbereitschaft, nötiges Glück – wenig spielerischer Glanz
Im zweiten Durchgang war dann vor allem Kampf gefragt. Die Baarer mussten leiden, hielten aber mit grossem Engagement und hoher Laufbereitschaft dagegen – und wurden dafür belohnt. Rothenburg übernahm zunehmend die Kontrolle über das Spiel, begünstigt durch viele unsaubere und überhastete Aktionen der Gäste im Spiel nach vorne. Dennoch gelang Baar bei einem der wenigen gefährlichen Vorstösse der Führungstreffer. Kapitän Leo Reci nutzte eine Unordnung in der gegnerischen Defensive nach einem langen Ball von Patric Fischlin eiskalt aus. Was folgte, war ein intensives Anrennen der Gastgeber – allerdings nicht immer mit der nötigen Präzision.

Nur wenige Minuten nach dem Führungstreffer verhinderte gleich zweimal das Aluminium den Ausgleich. Ein immer länger werdender Ball prallte zunächst vom linken Pfosten zurück ins Feld, der anschliessende Nachschuss knallte an den rechten Pfosten. In der Folge rollten die Angriffswellen der Rothenburger im Minutentakt. Ein verzogener Abschluss aus bester Position hier, ein knapp am Pfosten vorbeigehender Kopfball da – und dazwischen immer wieder ein sicherer Rückhalt durch Notfalltorhüter Dario Buob, etwa in der 84. Minute. Für zusätzliche Dramatik sorgten ein höchst umstrittenes Offside-Tor von Leonard Reci sowie ein aus Sicht der Gastgeber ebenfalls diskutabler, wegen Abseits aberkannter Treffer. Die zweite Halbzeit bot Nervenkitzel pur und endete mit einem hart erkämpften, letztlich glücklichen Sieg für den FC Baar.

Weniger überzeugend war diesmal die spielerische Leistung sowie erneut die hohe Anzahl an gelben Karten. Positiv hervorzuheben sind jedoch der grosse Einsatz, der Glaube an den Erfolg und das wachsende Bewusstsein, dass diese Mannschaft lebt und auch in einer schwierigen Phase bestehen kann. In der nächsten Runde empfängt der FC Baar am Samstag, 18. April, um 17.00 Uhr auf dem Lättich den aktuellen Leader SC Goldau, der als klarer Favorit anreisen wird und sich nur zu gerne für die schmerzhafte Heimniederlage aus der Vorrunde revanchieren möchte.

Spielbericht FC Rothenburg: Mutlose Rothenburger verlieren Zuhause

Perfektes Timing auf der Chärnsmatt: Frühlingswetter und Raseneröffnung passten ideal zusammen. Petrus segnete die Partie gar noch mit einer kurzen Regendusche, sodass der in den Vortagen etwas trockene Rasen die nötige Frische erhielt. Für ein hochklassiges Duell war also alles angerichtet, als unser FCR den Tabellennachbarn FC Baar empfing.

Die Gäste aus Baar starteten besser in die Partie und hatten zunächst mehr vom Spiel, ohne sich dabei klare Torchancen zu erarbeiten. Etwas entgegen dem Spielverlauf liess der FC Rothenburg den Ball dann aber gut von links nach rechts laufen. Nach schöner Vorarbeit von Janis Hofstetter und Raphael Wildisen kam Davide Di Berardino zum Abschluss und verwertete eiskalt zum 1:0.

Trotz der Führung blieben die Gastgeber in der Folge zu passiv und agierten mit zu wenig Mut. Baar übernahm zwar mehr die Kontrolle, wurde offensiv aber lange nicht wirklich gefährlich. Wieder war es Rothenburg, das über die linke Seite mit einer schnellen Kombination zu einer guten Chance aus nächster Nähe kam, diese aber ungenutzt liess. Kurz vor der Pause fiel dann der bittere Ausgleich: Nach einem weiten Ball hinter die Abwehr wurde der schnelle Mittelstürmer Abduqadir lanciert, der den Ball gekonnt am Torhüter vorbeispielte und zum 1:1 traf.

Nach dem Seitenwechsel erwischte diesmal Rothenburg den besseren Start, blieb im Spiel nach vorne aber insgesamt zu harmlos. Die Partie flachte etwas ab, ehe Baar nach einem Freistoss von der Mittellinie erneut zuschlug. Der Ball wurde gefährlich in den Strafraum gebracht, wo Captain Rechi zum 1:2 einköpfte.

Danach versuchte Rothenburg, das Spieldiktat zu übernehmen, und kam auch dank frischer Impulse von der Bank zu mehreren guten Abschlüssen. Besonders bitter war die Szene in der 75. Minute, als eine Flanke von Wildisen am rechten Pfosten landete und der Nachschuss anschliessend an den linken Pfosten gesetzt wurde.

Auch wenn die Moral bis zum Schluss stimmte und Rothenburg in den letzten 20 Minuten einige vielversprechende Chancen kreierte, war es insgesamt nicht die gewünschte Leistung. Obwohl die Baarer nicht extrem viel investieren mussten, war die Niederlage aus Rothenburger Sicht letztlich verdient. In solchen Spielen muss man sich das nötige Glück noch stärker erzwingen, mutiger auftreten und kleine Fehler vermeiden. Nun gilt es, das Spiel abzuhaken und den Fokus auf die nächste Auswärtspartie in Hochdorf zu richten. Hopp FCR!