Der IFV-Cupsieger der Frauen 2026 heisst Frauenfussball Seetal. Am vergangenen Samstag bezwangen die Seetalerinnen das Team Uri vor heimischer Kulisse in Hitzkirch mit 3:1 und feierten den historischen Erfolg ausgelassen bis tief in die Nacht. Doch bis es soweit war, mussten die Gastgeberinnen ein hartes Stück Arbeit verrichten.











Vor rund 700 Zuschauerinnen und Zuschauern sowie hochsommerlichen Temperaturen fand Seetal zunächst nur schwer in die Partie. Die Gäste aus Uri übernahmen früh das Spieldiktat und gingen bereits nach fünf Minuten in Führung. Nach einem Eckball landete der Ball unglücklich im eigenen Netz der Seetalerinnen. Dem Treffer ging allerdings ein umstrittener Entscheid voraus – statt Eckball hätte es richtigerweise Torabstoss für Seetal geben müssen.
Uri war in der ersten Hälfte der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft und kam sowohl nach Standardsituationen als auch aus dem Spiel heraus zu mehreren guten Möglichkeiten. Seetal hatte Mühe, Zugriff auf die Partie zu bekommen, konnte sich aber auf eine glänzend aufgelegte Torhüterin Jael Lang verlassen, die ihre Farben mit mehreren starken Paraden im Spiel hielt.
Die erste grosse Aktion der Gastgeberinnen führte dann direkt zum Ausgleich. Valerie Wicki, die notabene erst am Morgen aus London zurückgeflogen war, um am Cupfinal teilzunehmen, zirkelte einen Freistoss aus rund 20 Metern sehenswert direkt ins Netz und brachte den Hegler der erste Mal an diesem Abend zum Beben. Am Spielverlauf änderte dies zunächst wenig. Uri blieb spielbestimmend, ohne daraus entscheidenden Profit schlagen zu können, während Seetal mit dem 1:1 zur Pause gut leben durfte.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich das Team von Headcoach Raphael Haferkamp deutlich aktiver und entschlossener. Die Seetalerinnen störten früher und zwangen Uri damit vermehrt zu Fehlern. Einer dieser Ballverluste führte in der 47. Minute zu einem Penalty für Seetal nach einem Foul an Amira Gyarmati. Der Pfiff fiel allerdings äusserst streng aus und die Proteste der Urnerinnen waren durchaus nachvollziehbar. Captain Svenja Erne liess sich davon nicht beirren und verwandelte den Strafstoss souverän zur 2:1-Führung. Eine Art ausgleichende Gerechtigkeit, nachdem bereits dem 0:1 ein klarer Fehlentscheid vorausgegangen war. Insgesamt zogen sich mehrere umstrittene Entscheidungen trotz Schiedsrichterinnen-Trio durch die gesamte Partie, was immer wieder für Diskussionen auf und neben dem Platz führte.
In der Folge entwickelte sich ein intensiver und spannender Cupfight. Beide Teams lieferten sich zahlreiche Zweikämpfe, klare Torchancen blieben jedoch lange Mangelware. In der Schlussviertelstunde erhöhte Uri nochmals den Druck und drängte Seetal tief in die eigene Hälfte. Die Gastgeberinnen lauerten nun vor allem auf Kontergelegenheiten. Ein Lattentreffer der Gäste sorgte nochmals für Gefahr, ansonsten verteidigte die Seetaler Defensive konsequent oder Jael Lang war erneut zur Stelle.
Als die Partie bereits in der Nachspielzeit war und die Seetaler Fans sehnsüchtig auf den Schlusspfiff warteten, setzte Timea Müller den endgültigen Schlusspunkt. Mit einem Freistoss aus gut 30 Metern hämmerte sie den Ball unhaltbar unter die Latte und sorgte damit für grenzenlosen Jubel auf und neben dem Platz.
Und kurz danach war dann auch Schluss: Es gab kein Halten mehr: Spielerinnen und Fans feierten gemeinsam diesen tollen Erfolg für den Frauenfussball im Seetal. Ein grosses Kompliment verdiente sich an diesem Abend auch die Fangemeinde des Team Uri. Rund 300 Urnerinnen und Urner sorgten auf dem Hegler gemeinsam mit den Seetaler Anhängerinnen und Anhängern für eine eindrückliche Cupfinal-Atmosphäre, welche im Frauenfussball, zumindest auf diesem Niveau, wohl noch selten anzutreffen war. Es war ein Fussballfest auf dem Hegler, welches mit dem Sieg der Seetalerinnen gekrönt wurde. Aber auch die Urnerinnen haben im Seetal definitiv viele, viele Sympathiepunkte gewonnen. Danke, Üri, dass ihr bei uns wart und euren Anteil für ein absolut sensationellen Fussballabend geleistet habt.



























