Der Fehlstart des FC Luzern in die neue Saison ist perfekt. Nach der enttäuschenden Heimniederlage gegen den FC Thun setzte es auswärts beim FC Sion eine deutliche 0:3-Niederlage ab. Zwar erschwerten die Luzerner ihre Aufgabe mit einer Roten Karte praktisch von Beginn weg selbst, dennoch offenbarten die Innerschweizer erneut Schwächen, die Anlass zur Sorge geben.
Bereits nach etwas mehr als einer Minute nahm die Partie für den FCL eine fatale Wendung. Tyron Owusu verlor im Mittelfeld die Kontrolle über den Ball und traf beim Versuch, diesen zurückzuerobern, Donat Rrudhani mit offener Sohle am Bein. Schiedsrichter Lukas Fähndrich zückte zunächst Gelb, korrigierte seinen Entscheid nach VAR-Überprüfung jedoch folgerichtig auf Rot. Die Gäste mussten damit fast die gesamte Partie in Unterzahl bestreiten.
Der denkbar schlechte Start wurde wenig später noch bitterer. In der 9. Minute zog Rrudhani aus der Distanz ab. Sein Versuch war weder besonders scharf noch präzise, dennoch rutschte der Ball Simon Simoni durch die Beine zur Sittener Führung ins Netz. Nach seinem Patzer gegen Thun unterlief dem jungen Luzerner Schlussmann damit bereits der nächste folgenschwere Fehler.
Trotz der frühen Rückschläge zeigte der FC Luzern zumindest in kämpferischer Hinsicht eine Reaktion. Die Mannschaft von Udo Portmann stellte sich den schwierigen Bedingungen im Walliser Hochsommer und hielt gegen die numerisch überlegenen Gastgeber lange Zeit dagegen. Vor allem Simoni konnte seinen Fehler teilweise korrigieren und bewahrte sein Team mit starken Paraden gegen Nivokazi und Rrudhani vor einem höheren Rückstand.
Allerdings blieb der Auftritt der Luzerner in der Offensive über die gesamte Spielzeit harmlos. In Unterzahl fehlten Entlastungsangriffe, Ballbesitzphasen und vor allem Torgefahr. Sion kontrollierte das Geschehen weitgehend und vergab nach der Pause durch Boteli mehrere gute Möglichkeiten. Dass die Entscheidung lange hinausgezögert wurde, lag daher mehr an der mangelhaften Chancenverwertung der Walliser als an einer überzeugenden Leistung des FCL.
Mit frischen Kräften von der Bank erhöhte der FC Sion den Druck schliesslich entscheidend. In der 70. Minute nutzte Théo Berdayes eine unübersichtliche Situation im Luzerner Strafraum zum 2:0. Nur sieben Minuten später sorgte Josias Lukembila nach einem schnellen Gegenstoss für die endgültige Entscheidung.
So blieb dem FC Luzern am Ende lediglich die Erkenntnis, dass Einsatz und Moral allein nicht genügen. Die Mannschaft kämpfte aufopferungsvoll, machte sich das Leben aber durch individuelle Fehler selbst schwer. Nach zwei Spielen stehen null Punkte, sechs Gegentore und der letzte Tabellenplatz zu Buche. Für Trainer Udo Portmann und sein Team wächst der Druck damit bereits sehr früh in der Saison erheblich.
Telegramm FC Sion – FC Luzern 3:0 (1:0)
Stade de Tourbillon. – 8’200 Zuschauende. – SR Fähndrich. –
Tore: 9. Rrudhani (Boteli) 1:0. 70. Berdayes (Lukembila) 2:0. 77. Lukembila (Surdez) 3:0.
Sion: Racioppi; Lavanchy, Sow, Kronig, Hefti (78. Cipriano); Costa, Kabacalman; Chouaref (71. Sylla), Boteli (63. Berdayes), Rrudhani (63. Surdez); Nivokazi (63. Lukembila).
Luzern: Simoni; Dorn, Knezevic, Lüthi (82. Bung Hua Freimann), Ruben Dantas Fernandes (76. Ciganiks); Bertone, Owusu; Kabwit (76. Oehlers), Ferreira (58. Zimmermann), Di Giusto; Meyer (58. Villiger).
Bemerkungen: Luzern ohne Bung Meng Freimann (gesperrt) und Winkler (verletzt). Sion ohne Hajrizi, Kololli (beide verletzt). – Verwarnung: 67. Lavanchy (Foul). – 3. Platzverweis Owusu (grobes Foulspiel).




























